Wanderfahrt der Damen-2
Wandertage in der Holsteinischen Schweiz
vom 22.06. bis 27.06.2026 mit 14 Frauen
Diese tollen Wandertage hatte wieder Barbara Stöcklein ausgearbeitet. Man muss vorausschicken, dass Barbara diese Gegend kannte. Und so hat sie uns diese herrliche Gegend mit vielen Seen, wunderbaren Wanderwegen, Schlössern und historischen kleinen Städtchen mit viel Wissen und Herzblut näher gebracht. Für uns Wanderfrauen war es ein Erlebnis pur in wunderschöner Landschaft.
Voller Spannung und positiver Aufregung starteten wir am Montag, 22.06. um 08.13 Uhr ab Bahnhof Wilhelmshöhe. Dort hatten wir uns alle getroffen, um mit dem ICE bis nach Kiel zu fahren, umsteigen in den Regionalzug bis nach Malente, unserem Zielort. Wir wohnten dort in dem Schulungs- und Bildungszentrum Malente (SBZ). Alle Frauen hatten ein Einzelzimmer mit Dusche, praktisch und zum Teil neu eingerichtet. Die Essenszeiten waren festgelegt – wie sich das für Sportler gehört – Frühstück 08.00 Uhr, Mittagessen 12.00 Uhr, Abendessen 18.00 Uhr. Da wir mittags unterwegs waren, konnten wir uns ein üppiges Lunchpaket mitnehmen mit allem, was das Herz begehrt, über Obst, Müsli-Riegel und jede Menge Wurst, Käse, Brötchen und verschiedene Brotsorten. Morgens und abends gab es Büfett, das so reichhaltig und vielseitig war, dass für jede Geschmacksrichtung etwas dabei war.
Da der ICE pünktlich war und wir gleich Anschluss an den Regionalzug hatten, waren wir bereits um 14.30 Uhr im SZB und trafen uns zu einem ersten Erkundungsspaziergang um 15.00 Uhr. Unser Weg führte uns durch den Kurpark in den Kurort Malente. Malente liegt zwischen dem Kellersee und dem Dieksee. Auf dem Weg in den Ort kamen wir an der ersten Eisdiele vorbei und so ließen sich hier einige Frauen das erste Eis schmecken.
Vorbei am Kellersee waren wir pünktlich zum ersten gemeinsamen Abendessen wieder zurück.
Da in der Anlage Alkoholverbot ist (wichtig für Jugendliche und Sportler), trafen wir uns jeden Abend auf der Veranda unter schattigen Bäumen vom Bistro „Susis Kotten“. Die Abende waren warm, hier gab es Bier und andere diverse Getränke, hier wurde besprochen, was am nächsten Tag geplant war. Und hier wurden auch angeregte Gespräche und Wortspiele geführt.
Da Ann mit auf der Reise war, hatte Barbara wieder tolle Unterstützung und konnte so mit Ann zwei Wandergruppen anbieten.
Am nächsten Tag (Dienstag 23.06.)wanderten wir von Malente über Niederkleveez und das Zeltlager Adlerhorst und kamen an den idyllisch gelegenen Spiegelteichen vorbei, die am Ende der Promenade zum Dieksee liegen. Hier waren auch eine Wassertretstelle und Becken für erfrischende Armgüsse. Unser Ziel war Plön, die Stadt im Wasser, umgeben von sieben Seen und liegt direkt am Plöner See, hat eine idyllische Altstadt mit schönen Geschäften und den bekannten „Twieten“ (Plattdeutsch für Gasse). Sie führen durch die Stadt von See zu See und wurden einst als Löschwege genutzt. Heute trennten sich die Gruppen. Gruppe 1 mit Ann lief zu Fuß zum Bahnhof, Gruppe 2 mit Barbara fuhr mit dem Bus, kehrte aber vorher erst noch im Eiscafe „Cino“ in der Stadt ein. Gemeinsam ging es dann zurück mit der Bahn nach Malente und den Rest des Weges zu Fuß bis zum SBZ.
Nach dem Abendessen war wieder gemeinsamer Treff im Bistro „Susis Kotten“.
Am Mittwoch, 24.06. fuhren wir mit der Bahn nach Plön. Heute hatte uns Barbara ein besonderes Highlight versprochen. Wir wanderten zur Prinzeninsel. Dies ist ein Insider-Tipp. Die Insel ist nur 30 Meter schmal und lockt mit einem herrlichen Wanderweg, der zum einstigen Lieblingsplatz der Kaiserin Auguste Viktoria führte. Die Insel ist nur zu Fuß , per Rad oder Kanu zu erreichen. Der Hinweg führte uns am Plöner Schloss vorbei. Das Schloss ist aus dem 17. Jahrhundert. Der Geschäftsmann Fielmann hat das Schloss gekauft, renoviert und saniert, hat drinnen eine Akademie gegründet und bietet die Räume seinen Beschäftigten für Seminare an und für Optiker, die hier ihre Meisterprüfung ablegen können. Der Weg führte uns weiter durch den Schlossgarten, durch die Lindenallee mit uralten stattlichen Bäumen zum Prinzenhaus. Ursprünglich war es das große Gartenhaus für das Herzogspaar. Durch den Anbau von zwei Seitenflügeln am Gartenhaus entstanden
1895 neue Räume für die Söhne von Kaiser Wilhelm II. Seitdem trägt es den Namen Prinzenhaus. Hier legten die fünf Söhne ihr Abitur ab, der letzte Prinz Joachim 1910. Während des Ersten Weltkrieges diente das Prinzenhaus als Lazarett. Von 1951 bis 1997 war es ein staatliches Internat. Heute kann man sich dort trauen lassen.
Unsere Wanderung ging entlang am Großen Plöner See. Hier machten wir an den überall zugänglichen freien Stränden zum See unsere Mittagspause. Einige Frauen nutzten die Gelegenheit zum Schwimmen.
Am Ende des Strandweges kehrten wir im Cafe „Seeprinz“ ein, wo Barbara für uns Plätze reserviert hatte, ehe wir wieder mit dem Zug zurück nach Malente fuhren.
Nach dem Abendessen machte eine kleine Gruppe einen Spaziergang zum Gut Immenhof. Oma Jantzen, Dick und Dalli und die Trippel-Trappel-Ponys haben hier ihre Heimat (wer kennt die Filme nicht). Heute ist das Gut ein Hotel und Sehnsuchtsort für Pferdefans.
Ab 22.00 Uhr war dann gemeinsames Fernsehen Fußball Deutschland / Uruguay angesagt. Das Ergebnis ist allen bekannt.
Donnerstag 25.06.
Gemeinsam fuhren wir mit dem Bus nach Eutin in die Residenzstadt inmitten zahlreicher Seen. Der Maler Tischbein ließ sich von Eutin inspirieren und gab der Stadt den liebevollen Beinamen „Weimar des Nordens“. Gruppe 1 wanderte rund um den Eutiner See, hatte dann noch einen Aufenthalt in der Stadt für evtl. Shopping-Tour oder Eis essen und dann Rückfahrt mit dem Bus nach Malente. Der Hitze geschuldet blieb die Gruppe 2 in der Stadt zum Einkauf-Bummel und wanderte dann zum Schloss. Hier flanierten wir durch den angeschlossenen Englischen Landschaftsgarten mit Brücken und Monopteros zum Küchengarten. Zum nächsten Bootsanleger war es nicht weit, und so fuhren wir auf dem Eutiner See bis zur Stadtmitte und dann zum Bahnhof. Der Bus brachte uns zurück nach Malente.
Freitag, 26.06.
Wegen der weiter ansteigenden Hitze hatte Barbara und Ann für den letzten Tag eine Planänderung vorgenommen. Wir unternahmen eine 5-Seen-Fahrt. Die Gruppe 1 ließ es sich nicht nehmen, auch an diesem Tag eine Wanderung zu machen und so liefen 5 Frauen rund um den Schöhsee zum Bootsanleger Fegetasche. Die Gruppe 2 lief am Plöner See entlang direkt zum Bootsanleger Fegetasche. Von dort starteten wir gemeinsam unsere 5-Seen-Fahrt unter anderem über den Behlersee und den Dieksee bis zum Anleger Malente-Gremsmühlen. Es war die richtige Entscheidung bei der Hitze. Und so führte uns das Schiff durch eine malerische Natur, vorbei an lieblichen Buchten, kleinen Inseln , dichten Schilfbänken, überhängenden Bäumen und flimmernden Wäldern.
Der letzte Abend fand seinen Abschluss wie immer unter schattigen Bäumen vom Bistro „Susis Kotten“.
Die Wanderfrauen bedankten sich bei Barbara, die wieder alles umsichtig geplant, organisiert und durchgeführt hatte. Mit Unterstützung von Ann, die auch unser aller Lob bekam, waren diese Wandertage trotz der Hitze eine Reise wert. Wir sind alle wieder gesund nach Hause gekommen und werden noch lange von diesen schönen Tagen in der Holsteinischen Schweiz zehren. Diejenigen, die aus irgendwelchen Gründen nicht dabei waren, haben etwas versäumt. Es war einfach WUNDERSCHÖN !!!
Samstag, 27.06.
Heute hieß es Abschied nehmen von der Holsteinischen Schweiz, eine Bilderbuch-Landschaft inmitten von 200 Seen, weiten Wäldern mit uralten hohen Bäumen, kleinen historischen Städtchen und prachtvollen Schlössern.
Auch die Rückfahrt mit der Bahn verlief ohne Hindernisse. Und so sind wir mit etwas Verspätung in Kassel-Wilhelmshöhe am späten Nachmittag angekommen.
Bericht: Rosie Schlüter