WANDERTAGE IM SAUERLAND

 

 

Wie heißt es so schön „wenn Engel reisen…“ Tja! Dann müssen viele Engel dabei gewesen sein, als wir in der letzten Septemberwoche im Sauerland gewandert sind, denn trotz der schlechten Wetterprognosen hatten wir in vier Tagen nur zwei kurze Schauer (und bei einem davon saßen wir gemütlich im Cafe!)

 

Aber zurück zum Anfang! Unsere für Juni geplante Wanderreise nach Schönau musste wegen Corona abgesagt werden und so entstand die Idee,  eine Reise im Herbst anzubieten – nicht zu lang und nicht zu weit weg. Sofort haben sich dreißig Damen angemeldet - man sehnte sich nach einem kurzen Tapetenwechsel und einer Auszeit von Zuhause -  und so sind wir am 27. September in Autos gestiegen und in Richtung Brilon aufgebrochen.

 

Auf dem Weg dorthin haben wir Halt in Willingen gemacht und sind in drei Gruppen los gegangen: Zwei Gruppen sind mit dem Ettelsberglift hochgefahren und eine Gruppe ist im Tal geblieben. Die zwei Gruppen oben sind sehr zügig vom windigen Gipfel weggewandert und haben sich nach einer kurzen Mittagsrast am Lüttekefeld getrennt. Eine Gruppe ist von dort mit Dagmar zur Mühlenkopfschanze gelaufen (Sie haben höchste Bewunderung für die Skispringer empfunden, als sie oben standen) und ist von dort an dem Waldlehrpfad und am Wildpark vorbei ca. 8 km zurück zu den Autos gelaufen. Die zweite Gruppe ist bis zur Hildfelder Höhe gegangen und an dem Flüsschen Itter lang, unterhalb der Schanze, durch Stryk zum Parkplatz am Infozentrum (11km.) Es war gut, dass diese Gruppe ihren ursprünglich geplanten Weg verlängert hat, weil sie unten an der Itter die dritte Gruppe getroffen hat, die irrtümlich meinten, bald oberhalb der Schanze an zu kommen. Das wäre ein sehr langer Weg gewesen. So konnten wir sie ein Stück zurück begleiten, sodass sich alle pünktlich am Treffpunkt eingefunden haben. Die dritte Gruppe hatte mehr Kilometer als geplant – nämlich 8.

 

Von Willingen fuhren wir zu unserem schönen „Hotel am Kurpark“ in Brilon, wo als Begrüßung Kaffee und Kuchen mit Blick auf den Kurpark serviert wurde. Nach einem leckeren Abendbuffet saßen wir zusammen im Tagungsraum und konnten – wie jeden Abend – bei einem Gläschen Wein (oder Saft oder Wasser) uns endlich ausführlich mit Wanderfreundinnen austauschen, die wir länger nicht gesehen hatten.

 

Für Dienstag war zunächst Brilon angesagt. Alle drei Gruppen sind die anderthalb Kilometer durch den Kurpark ins Stadtzentrum gelaufen und alle waren beeindruckt von der Stadt. Die schönen schiefergedeckten Fachwerkhäuser, das helle Sonnenlicht durch die bunten Fenster der Probsteikirche, die moderne ruhige Beleuchtung in der Evangelischen Stadtkirche, wo im Vorgarten ein großes bunt gestricktes Tipi stand, das älteste Rathaus Deutschlands und vieles mehr.

 

Von Brilon ist die „weite“ Gruppe einen Teil des Gewerkenweges zum Borberg gewandert, war auf dem Borberg, wo die Germanen einen Ringwall gegen die Kelten errichtet haben und wo Grundmauern von einer im 13.Jahrhundert errichteten Kirche stehen. Von dort ging’s zurück nach Brilon – wo sie unterwegs gehofft hatten, ein Cafe zu finden. Das war nicht auf, aber hielt eine große Überraschung bereit: eine Selbstbedienungssofteis- maschine! So hieß es – Geld rein – Sorte auswählen – Knopf drücken – und genießen! Und das Eis hat lecker geschmeckt! So waren die 16 km bei schönem Wetter und toller Gesellschaft spielend geschafft. Gruppe zwei lief aus der Stadt hoch zur Bilsteinhalde, von wo man einen tollen Blick auf Brilon und die Umgebung hat. Auch hier gab es etwas ungewöhnliches – wir trafen oben einen jungen Biker mit seinem Dalmatiner (der gerne etwas von unserem Lunchpaket genascht hätte). Vor seiner Abfahrt hat der junge Mann eine Kamera auf dem Rücken des Hundes befestigt – also keine Kamera am Helm, sondern am Hund! Ob einem nicht schwindelig wird, beim späteren Anschauen?

 

Am „Brilontag“ hat sich die dritte Gruppe erst in der Stadt ausgetobt, hat wohl ihre Einkäufe zurück ins Hotel gebracht und ist anschließend lange auf dem stimmungsvollen „Landschafts- therapeutischen Weg“ gegangen. Sie kam als letzte Gruppe begeistert ins Hotel zurück.

 

Am Mittwoch (wo sämtliche WetterApps vor Regen gewarnt hatten) sind wir nach Olsberg gefahren. Dort war eine große Gruppe mit Angelika und Barbara auf dem „Olsberger Kneipp Aktivweg“ unterwegs, während eine andere Gruppe hoch zum Olsberger Gipfelkreuz gewandert ist. Ein Schauer vor dem Gipfel brachte unsere Regenklamotten zum Einsatz, aber nach einem kurzen windigen Aufenthalt am Kreuz ging es gemütlich wieder bergab zum leckeren Kaffee und Kuchen in Olsberg. Zurück im Hotel konnte man Schwimmbad und Sauna genießen, oder einfach Ruhen vor dem Abendessen.

 

An diesem Abend hat Inge Neumann die Leitung des Flotten Schritt 2 abgegeben. Sie hat vor 18 Jahren mit einigen anderen Wanderinnen den Flotten Schritt 1 verlassen, da sie mehr wandern wollten, als angeboten wurde. Bis zu 25 km waren sie damals unterwegs und Inge hat sie immer geführt - nicht nur für Tageswanderungen, sondern auch auf Wanderfahrten. Nun will sie weiter mit uns wandern, auch ab und zu führen, aber die Verantwortung für die Gruppe abgeben. Wir sind ihr sehr dankbar für die tolle Zeit und nun wollen Dagmar, Angelika und ich versuchen, in ihre Fußstapfen zu treten – einfach wird es nicht!

 

Donnerstag auschecken, Gruppenfoto, und dann gab es auf dem Nachhauseweg bei strahlendem Sonnenschein einen tollen Abschluss am Diemelsee. Dagmar führte eine große Gruppe hoch zum Aussichtspunkt St. Muffert und weitere 11 km auf dem wunderschönen Panoramaweg, der seinen Namen wirklich verdient. Ann’s Gruppe musste wieder Flexibilität zeigen - um auf der sonnigen Seite des Sees zu wandern (und dabei tolle Blicke zu genießen) nahmen sie eine viel längere Tour als geplant in Kauf – einmal unterwegs gab’s kein zurück! Alle haben die Strecke toll gemeistert und waren am Schluss stolz auf die gelaufenen 10 km. Nach einer kurzen Erholung bei Kaffee und Kuchen (man merkt, ohne diese Belohnung geht es bei uns nicht!) traten alle die sichere Rückfahrt an.

 

 

 

Die Fahrt war für alle eine schöne Abwechslung und einige überlegen, irgendwann wieder nach Brilon ins Hotel am Kurpark zu fahren – es lohnt sich!

 

 

 

Bericht:  Ann Henning        

 

Fotos: Ute Hoffmann, Dagmar Hildebrand, Inge Reinhold, Renate Lock und Ann Henning